Die Lebensversicherung

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes müssen hinsichtlich der Tarifhöhe die Policen so gestaltet werden, dass sowohl weibliche als auch männliche Versicherte stets denselben Monatsbeitrag zahlen. Da gerade in der Vergangenheit die männlichen Versicherungsnehmer deutlich weniger an Monatsbeitrag aufbringen mussten, weil sie eine geringere Lebenserwartung wie Frauen besitzen, wird nunmehr für beide Geschlechter der Beitrag nach oben hin angepasst werden. Somit wird es letztlich für beide zu einer Erhöhung der Prämien kommen. Hinzu kommt das Problem, dass die strengen Anlagevorschriften sowie das Maß an Sicherheit und Zinsgarantie für Lebensversicherungen schon lange nicht  mehr gelten. Zwar gibt es auch in der Investmentbranche und bei den Banken zunehmend negative Schlagzeilen wegen drohender oder tatsächlicher Pleiten, dafür aber sinken die Renditen der klassischen Kapitallebensversicherungen. Lediglich einen Totalverlust brauchen Versicherte nicht zu befürchten.

Sollte dieser dennoch einmal eintreten, dann hilft die Auffanggesellschaft Protektor, die dann bestehende Verträge fortführt – allerdings ausschließlich zum Garantiezins. Um das Geschäft noch einmal richtig anzukurbeln, versuchen jetzt viele Versicherer, bis zum Jahresende einen regelrechten Schlussverkauf zu formulieren. Den dabei ins Feld geführten Argumenten sollten Verbraucher allerdings nicht so sehr trauen. Heute zählt bei der Absicherung ein überdurchschnittlicher Langfristertrag, verbunden mit einer Kapitalsicherheit. Und beide Faktoren können bei den klassischen Lebensversicherungen nicht mehr gegeben werden. Man denke dabei nur an die Garantiezinssenkung für alle neu abgeschlossenen Verträge zum 1. Januar 2012. Hier mussten die Versicherten einen Rutsch von 2,25 auf nunmehr 1,75 Prozent einfach hinnehmen.

Schenkt man dann noch den Botschaften einiger großer Versicherungen Glauben, dann sollen Verbraucher bis zum Jahresende schnell noch eine Kapitalversicherung abschließen. Die Verkaufsoffensive wird damit begründet, weil durch Unisex die Prognosen für Lebens- und Rentenversicherungen im Jahre 2013 noch schlechter ausfallen. Würde aber ein Produkt noch schlechter ausfallen als es heute schon ist, dann kann von keinem ehrlichen Verkaufsargument gesprochen werden.



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