Wechselverdruss: Keine Lust mehr auf die Private Krankenversicherung?

Montag den 3.02.2014

Einstmals galt sie als exklusiv, und wer immer es konnte, der wechselte von seiner gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung. Doch diese Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören, wie die neuesten Zahlen des vdek, des Verbandes der Ersatzkassen, zeigen.

Während die Wechselwilligkeit im Jahr 2002 mit 360.000 Versicherten noch recht hoch war, sank diese binnen zehn Jahren auf nur noch 160.000 im Jahr 2012 – was weniger als die Hälfte ist. Das bedeutet, dass das Interesse gesetzlich Krankenversicherter, in eine private Krankenversicherung zu wechseln, deutlich nachgelassen hat, und dies trotz gestiegener Erwerbstätigenzahlen.


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Wie die „Wirtschaftswoche“ indes berichtet, ging bei den drei größten gesetzlichen Krankenkassen, der TK (Techniker Krankenkasse), der Barmer GEK und der DAK die Zahl der Versicherungswechsler in die PKV in den Jahren 2009 bis 2013 von fast 88.000 auf 44.000 Versicherte zurück. Zugleich gibt es eine deutliche Rückkehrbewegung in Richtung Krankenkassen, da viele Versicherte frustriert sind von den ständig gestiegenen Beiträgen ihrer privaten Krankenversicherung und sich diese schlichtweg oftmals nicht mehr leisten können.

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Die Techniker Krankenkasse musste 2009 noch 44.520 Versicherte in Richtung private Krankenversicherung abwandern sehen. 2011 waren dies mit 49.628 Versicherten sogar noch mehr. In 2013 sank die Zahl indes deutlich auf nur noch 26.781 Versicherte, die den Weg von der TK in eine PKV nahmen. Stattdessen kehrten im vergangenen Jahr gleich 83.866 Versicherte der privaten Krankenversicherung den Rücken zu und wechselten in die Techniker Krankenkasse.

Im März will der PKV-Verband die Zahl der Versicherungswechsler des vergangenen Jahres veröffentlichen. Hier wird sich dann zeigen müssen, inwieweit überhaupt noch Wechsellust vorhanden war bei den gesetzlich Versicherten, in eine private Krankenversicherung zu wechseln, oder ob der Wechselverdruss flächendeckend groß ist und nicht nur bei den Mitgliedern der Techniker Krankenkasse.

 Für die private Krankenversicherung könnte dies eine Zerreißprobe bedeuten. Zwar hat die GroKo derzeit anders zu tun, als sich mit den Fragen der Krankenversicherung zu beschäftigen, aber früher oder später wird sie sich der Problematik Gesundheitspolitik wieder stellen müssen. Und dann wird sich zeigen müssen, in welche Richtung es die nächsten Jahre wirklich gehen soll, und ob das Thema Bürgerversicherung weiter angegangen wird – oder gar ganz vom Verhandlungstisch gekippt werden wird.