Bahr will Öffnung der Privaten Krankenversicherung für alle Bürger

Mittwoch den 28.08.2013

Bislang kann in Deutschland nur der Verbraucher eine Private Krankenversicherung abschließen, dessen Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt oder der entweder freiberuflich oder selbständig tätig ist. Dies könnte sich jedoch früher oder später ändern, Bundesgesundheitsminister Bahr hat nun einen Vorstoß gewagt und will eine Öffnung der Privaten Krankenversicherung für alle Bürger – egal wie hoch ihr Einkommen ist und egal in welchem Bereich sie tätig sind.

Damit geht es in Sachen Krankenversicherung plötzlich einen ganz neuen Weg, der bislang kaum bis gar nicht thematisiert worden war. In den letzten Monaten war es vor allem die bei vielen Experten umstrittene Bürgerversicherung, die genug Stoff für zum Teil heftige Diskussionen geboten hatte. Ist die Verschmelzung der Gesetzlichen Krankenversicherung mit der Privaten Krankenversicherung zu einer Bürgerversicherung für alle nun möglicherweise ganz vom Tisch?

Während sich der jetzige Bundeswirtschaftsminister und frühere Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler einstmals in seinem früheren Ressort kaum verdient gemacht hatte, scheint sein Nachfolger, Daniel Bahr, eine ganz andere Linie zu fahren. War Bahr es doch schließlich, der die Abschaffung der bei Patienten wie Ärzten ungeliebten Praxisgebühr zum 1. Januar dieses Jahr vorangedrängt und dann letztlich auch durchgesetzt hat.

Vor einer Öffnung der Privaten Krankenversicherung für alle würde zuerst die Versicherungspflichtgrenze fallen müssen, damit es überhaupt möglich ist, dass jeder die Wahlfreiheit in Sachen Krankenversicherung hat. Es dürfte spannend zu sehen sein, wie viele Versicherte, die bislang aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht wechseln können, dann tatsächlich von ihrer Krankenkasse Abschied nehmen und zu einer Privaten Krankenversicherung wechseln. Damit könnte einiges in Bewegung kommen im deutschen Gesundheitssystem und es wäre dann wohl an den Gesetzlichen Krankenkassen, wieder attraktiver zu werden für die Versicherten. Noch bleibt aber abzuwarten, wie weit Bundesgesundheitsminister Bahr mit seinem Vorstoß zur Öffnung der Privaten Krankenversicherung für alle überhaupt kommen wird.