Wird Pflege-Bahr doch ein Erfolg?

Donnerstag den 20.06.2013

Es wurde verspottet, es wurde verlacht, und viele Experten sahen in ihm nur eine Stütze der Versicherungswirtschaft, jedoch keine tatsächliche Hilfe für die Versicherten. Doch allen Unkenrufen zum Trotz scheint sich Pflege-Bahr nun wohl doch als ein Erfolg zu erweisen.

Die private Pflegezusatzversicherung, die staatlich gefördert wird, scheint mehr Versicherte anzuziehen als bislang gedacht wurde. Mehr als 125.000 Verbraucher haben seit dem 1. Januar 2013, dem Tag der Einführung, und dem 31. Mai dieses Jahres einen Vertrag über Pflege-Bahr abgeschlossen. Dies bedeutet zumindest schon einen kleinen Run auf die private Pflegeversicherung, die anfangs kaum jemand kannte.

Besonders viele Versicherungen mit der als Pflege-Bahr bekannten Förderung wurden dabei von Personen der Altersgruppe 25 bis 35 abgeschlossen. Dies zeigt, dass gerade hier auch die Sorgen um die Zukunft und die mangelnde Finanzierung der Pflege auf offene Ohren treffen, und die Menschen dann auch die Möglichkeit der privaten Pflegezusatzversicherung nutzen.

Dennoch ist natürlich eines wichtig: bevor ein Vertrag über eine Pflege-Bahr Pflegeversicherung abgeschlossen wird, sollten die verschiedenen Versicherungsangebote miteinander verglichen werden. Und: es sollte auch darüber nachgedacht werden, die dann besten Versicherungstarife auch mit jenen zu vergleichen, die nicht staatlich gefördert werden, und dennoch sehr gute Leistungen im Bereich der privaten Pflegeversicherung bringen.

Es wird sich nun zeigen müssen, ob die Vielfalt der Angebote zu Pflege-Bahr noch wachsen wird, oder ob der Markt für die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung weiter überschaubar bleibt. Doch egal ob Pflege-Bahr oder eine andere Pflegeversicherung auf privater Ebene, die Vorsorge ist wichtig, da die Kosten gerade im Pflegebereich immer weiter explodieren werden – die Renten jedoch nicht in dem gleichen Maße steigen wie die Pflegetarife. Die Pflege älterer und kranker Menschen wird damit immer mehr zu einem kostbaren Gut, das kaum mehr bezahlbar ist – nur eine private Vorsorge kann dabei helfen, wenigstens einen Teil der hohen Kosten abzufangen, die nicht über die Gesetzliche Pflegeversicherung, die in Deutschland eine Pflichtversicherung ist, abgedeckt werden können.