Private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung

Freitag den 22.02.2013

Das deutsche Versicherungsrecht verhindert es mit der Versicherungspflichtgrenze, dass jeder Angestellte in eine private Krankenversicherung wechseln kann. Viele Versicherte stört dies jedoch, verständlicherweise, und sie wünschen einen ähnlich guten Versicherungsschutz und eine ähnlich gute Kostenübernahme, wie die PKV-Tarife sie größtenteils bieten. Damit dies erreicht werden kann, haben Angestellte unter der Versicherungspflichtgrenze (und die anderen natürlich auch!) die Möglichkeit, eine private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung abzuschließen.

Bei den privaten Krankenzusatzversicherungen gibt es jedoch ganz unterschiedliche Varianten und Versicherungstarife. Was für den einen die richtige Versicherung ist, bedeutet für den anderen möglicherweise eine deutliche Überversicherung (macht die Versicherung unnötig teurer!) oder im schlimmeren Fall eine deutlich Unterversicherung. Eine Unterversicherung bedeutet bei einer Krankenversicherung aber, dass nicht der volle gewünschte bzw. benötigte Versicherungsschutz vorhanden ist. Und dies kann dann unter dem Strich so teuer werden, weil Leistungen dann wieder selbst bezahlt werden müssen, dass sich die private Zusatzversicherung alles andere als gelohnt hat.

Eine solche private Krankenzusatzversicherung kann jedoch genau den zusätzlichen Schutz und die Kostenübernahme bieten, welcher abseits vom Leistungskatalog und den individuellen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen stehen. Das beste Beispiel hierfür ist wohl der Bereich der Sehhilfen. Wer über 18 Jahre alt ist, wird in den meisten Fällen Pech haben und keine Übernahme der Kosten von seiner Kasse erhalten, wenn er eine neue Brille benötigt oder aber neue Brillengläser.

Und auch in anderen Bereichen spielen private Zusatzversicherungen eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Kostenübernahme für die Behandlung durch einen Heilpraktiker oder beim Bezahlen von alternativer Medizin, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Bereiche, in denen sich eine private Krankenzusatzversicherung durchaus bezahlt machen kann, sind vielfältig. Und nicht zuletzt seien hier natürlich die Zusatzversicherungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz zu nennen, durch die Versicherte sehr viel Geld bei ihrem Zahnarzt sparen und dennoch eine gute Behandlung erhalten können.

Empfehlenswert ist es aber, eine private Krankenzusatzversicherung nicht blind abzuschließen und die erstbeste zu nehmen. Auch bei Zusatzversicherungen lohnt sich ein Vergleich immer. Denn nicht nur die Höhe der Beiträge kann sich massiv unterscheiden, bei den privaten Zusatzversicherungen gibt es auch zahlreiche Unterschiede bei den Versicherungsleistungen. Zudem können Testberichte, wie sie von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST geliefert werden, eine gute Hilfestellung bei der Suche nach einer Krankenzusatzversicherung bieten.