Der Hausarzt ist ein Allgemeinmediziner und der erste Anlaufpunkt für Patienten der gesetzlichen Krankenkassen. Er ist der Arzt des Vertrauens und macht bei Bedarf oder Notwendigkeit auch Hausbesuche.

Nicht jedes Hausarztmodell hat nur Vorteile für den Patienten der gesetzlichen Krankenkassen. Vereinzelt schränken Hausarztverträge die Therapiefreiheit der behandelnden Ärzte ein.

Der Hausarzt, seine Bedeutung und seine wichtigsten Aufgaben

Der größte Teil der Krankenversicherten in Deutschland sind die Krankenversicherten der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassenpatienten haben, wie alle anderen Patienten, auch Anspruch auf die medizinische Grundversorgung und darüber hinaus unter anderem auch auf Gesundheitsvorsorge. Da kaum ein Laie in der Lage ist, selbst eine richtige Diagnose zu stellen und sich anschließend selbst richtig zu behandeln, ist ein Arztbesuch meist unausweichlich. Doch woher soll man wissen, welcher Arzt zuständig ist. Der Hausarzt ist ein niedergelassener, oft auch freiberuflicher, oder angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum. Er ist für die meisten Patienten die erste Anlaufstelle, wenn es um Gesundheitsprobleme und -fragen geht, denn deutschlandweit sind 18,5 Prozent aller Ärzte als kassenärztlicher Hausarzt tätig. Der Hausarzt macht, im Gegensatz zu Fachärzten, auch bei schweren Erkrankungen Hausbesuche. Da sich meist ein Vertrauensverhältnis zwischen Hausarzt und Patient entwickelt, kennt er die Lebens- oder Krankengeschichte seiner Patienten und kann dementsprechend handeln. Da der Hausarzt einen besseren Zugang als der Facharzt zu seinen Patienten hat, ist er sehr gut in der Lage, auch bei psychischen und anderen Problemen zu helfen. Er schreibt erforderliche Überweisungen an den Facharzt, Einweisungen in die Klinik und für spezielle Therapien. Ein Vorteil, der für den Hausarzt spricht, ist, dass er an fünf bis sechs Tagen in der Woche Sprechstunden abhält. Dadurch kommt es nur sehr selten zu längeren Wartezeiten. Aber auch eine besondere Betreuung durch den Hausarzt außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten durch Terminvereinbarung ist, wenn erforderlich, möglich. Gerade für ältere Patienten und für auf dem Land lebende Patienten ist dies sehr wichtig.

Bares Geld sparen - auch bei der
gesetzlichen Krankenversicherung!

» Zum GKV - Vergleich

Hausarztmodelle zur Verbesserung der Versorgung

Den guten alten Hausarzt gibt es schon seit eh und je. Doch neue Hausarztmodelle sollen helfen, die Qualität der ärztlichen Versorgung weiter zu verbessern und kostentreibende und belastende Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Auch heute ist es sinnvoll, sich von einem Allgemeinmediziner im Krankheitsfall betreuen zu lassen. Das Prinzip des Hausarztmodelles ist ganz einfach. Der Patient verpflichtet sich, im Krankheitsfall immer zuerst zu einem bestimmten Hausarzt zu gehen. Damit verzichtet er, ohne Überweisungen Fachärzte aufzusuchen. Ausgenommen von den Hausarztmodellen sind jedoch Augenärzte, Zahnärzte und Gynäkologen. Hierfür wurde die Rechtsgrundlage in einem regionalen Vertrag zwischen Ärzten und den Krankenkassen der GKV festgelegt. Kassenpatienten, die am Hausarztmodell teilnehmen möchten, müssen sich für das Hausarztmodell direkt bei ihrem Hausarzt oder bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse einschreiben. Diese Vereinbarung ist verbindlich und gilt ein Jahr, kann aber jederzeit zum Quartalsende gekündigt werden. Geht der Patient dennoch eigenmächtig zu einem Facharzt, kann dies für ihn teuer werden. Patienten der GKV, die sich entschließen, am Hausarztmodell teilzunehmen, können von einigen Vorteilen profitieren. Einige der GKV erlassen die Praxisgebühr, andere zahlen eine Prämie und wieder andere bieten reduzierte Zuzahlungen an. Auch Abendsprechstunden sind bei den Hausärzten nicht selten möglich.

Das Hausarztmodell hat Vor- und Nachteile

Die gesetzlichen Krankenversicherungen GKV bieten dem Patienten mit dem Hausarztmodell einige Vorteile, die sich für den Patienten in reduzierte Zuzahlungen für Arzneimittel in den Apotheken auszahlen. Die teilweise Erstattung oder der Wegfall der Praxisgebühr oder aber auch niedrigere Kassenbeiträge sind ein weiterer Vorteil. Mit dem Hausarztmodell wird das Vertrauensverhältnis zwischen Hausarzt und Patient weiter gestärkt und der sogenannte Ärztetourismus wird reduziert. Patienten mit einfachen Behandlungsfällen gehen zum Hausarzt, was zur Folge hat, das sich die Fachärzte wieder mehr um die schwierigeren und speziellen Erkrankungen konzentrieren können. Ein entscheidender Nachteil der Hausarztmodelle der gesetzlichen Krankenkassen ist, dass die freie Arztwahl damit deutlich eingeschränkt wird. Geht der Patient mit seinen Beschwerden erst zu Hausarzt, entscheidet dieser meist über die Wahl des Facharztes. Damit wird Patienten zugleich auch erschwert, vergleichende Untersuchungen, also eine zweite Meinung, sowie verschiedene Theraspieempfehlungen bei anderen Fachärzten einzuholen. Kritiker der Hausarztmodelle der GKV bezweifeln, das die Qualifikation der Hausärzte für komplexe Aufgaben ausreicht. Deshalb sollte jeder Hausarzt Angebote zur Qualifizierung wahrnehmen, was jedoch mitunter einen großen Zeitaufwand für den Hausarzt bedeutet.

 


Kombi 5 Plus