Der Gesundheitsfonds einfach erklärt

Mit dem Gesundheitsfonds wurde die Grundlage für die Bürgerversicherung für alle gesetzlich Krankenversicherten geschaffen. Er trägt die Verantwortung für die gerechte Verteilung der Beitragsmittel und Steuern an die Krankenkassen, damit für jeden Krankenversicherten der gleiche Betrag zur Verfügung steht.

Der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherungen

Die gesetzliche Krankenversicherung, GKV, ist ein fester Bestandteil des deutschen Gesundheits- und des Sozialversicherungssystems. Sie ist eine Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmer und weitere Personen, deren jährliches Arbeitsentgelt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Die wichtigste Aufgabe der GKV ist, die Gesundheit aller Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern. Jedem Versicherten muss der  gleiche Versicherungsanspruch und Leistungsanspruch gewährt werden. Das wurde im Fünften Buch Sozialgesetzbuch festgelegt und durch den § 12 Abs. 1 des SGB V gesetzlich geregelt.

Gesundheitsfonds sorgt für gerechte Verteilung der Beitragsgelder

Da auf Grund des unterschiedlichen Arbeitsentgeltes der Arbeitnehmer auch unterschiedliche Beiträge leisten muss, jedoch jeder den gleichen Anspruch auf die Leistungen der Krankenkassen hat, wurde der Gesundheitsfonds geschaffen. Er soll für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Beitragsgelder der Versicherten, an die gesetzlichen Krankenkassen, sorgen. Mit dem Gesundheitsfonds wurde ein Konzept geschaffen, dass die Finanzierung der GKV umorganisiert. Mit seiner Einführung zum 1.Januar 2009 wurde die Finanzierung der GKV also zu Gunsten der Versicherten neu geordnet. Das bedeutet, dass alle Versicherten nun den gleichen Versicherungssatz, derzeit 14,60 Prozent, einzahlen. Die Beitragsgelder der Versicherten fließen nun nicht mehr vom Arbeitgeber zur Krankenkasse, sondern direkt in den Gesundheitsfonds. Er ist die Geldsammelstelle, von der aus die Beiträge der Versicherten neu verteilt werden.

Die Arbeitsweise des Gesundheitsfonds

Der Gesundheitsfonds wird vom Bundesversicherungsamt in Bonn verwaltet. Hier gehen die Daten aller gesetzlichen Krankenversicherungen ein und werden per Computer verteilt. Damit wird sichergestellt, dass jede Krankenkasse für jeden Versicherten einen Pauschalbetrag und ergänzende Ab- und Zuschläge erhält.  Diese richten sich nach dem Alter, dem Geschlecht und der Krankheit des Versicherten. Durch diese Verteilung erhalten nun auch Krankenkassen mit vielen kranken und alten Mitgliedern mehr Gelder, um alle gesundheitlichen Maßnahmen gewähren zu können. Bei der Umverteilung der Gelder werden zwischen 50 und 80 Prozent kostenintensive chronische und schwerwiegende Erkrankungen berücksichtigt. Dadurch bleiben auch die Krankenkassen wettbewerbsfähig, die einen höheren Anteil an kranken und alten Mitgliedern haben. Der Gesundheitsfonds arbeitet also nach dem Solidarprinzip.

Infografik zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2015

Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2015

Zusatzbeitrag bei Krankenkassen, wenn Gelder nicht ausreichen

Wenn eine oder mehrere der Krankenkassen in einem Kalenderjahr nicht mit den ihr zugewiesenen Geldern auskommt, muss sie für das darauf folgende Jahr einen Zusatzbeitrag erheben. Dieser Beitrag darf jedoch nicht die Obergrenze von einem Prozent des beitragspflichtigen Einkommens des Versicherten überschreiten. Diese Obergrenze schützt gerade die sozial Schwachen vor einer finanziellen Überforderung. Union und SPD haben dazu einen Kompromiss beschlossen, der besagt, dass von jeder der Krankenkassen ein monatlicher Beitrag von maximal acht Euro, ohne Einkommensprüfung, erhoben werden kann. Krankenkassen, die gut wirtschaften, könnten ihren Versicherten sogar Beitragsgelder zurückerstatten.

Mit dem Gesundheitsfonds wird das Gesundheitssystem transparenter

Der Gesundheitsfonds gilt als das Kernstück der Gesundheitsreform. Nach Expertenmeinung wird das Gesundheitssystem in Deutschland mit dem Gesundheitsfond nicht nur gerechter, sondern auch wettbewerbsorientierter und transparenter. Er regelt und gestaltet die Finanzseite der gesetzlichen Krankenversicherung neu. Die anfangs diskutierte Bürgerversicherung und Gesundheitsprämie, die allgemein als Kopfpauschale bezeichnet wurde, wurde von vielen Seiten abgelehnt. Mit der Bürgerversicherung werden Konzepte zur Umgestaltung der Krankenversicherungen bezeichnet. Ein entscheidendes Hauptanliegen der Bürgerversicherung ist es, alle Versicherten mit jedem Einkommen unter Berücksichtigung der Beitragsbemessungsgrenze in die Finanzierung einzubeziehen. Mit der Bürgerversicherung soll die Einnahmesituation der gesetzlichen Krankenkassen deutlich verbessert werden, um weitere Beitragssteigerungen oder Kürzungen zu vermeiden.

Mit dem Vorschlag zum Gesundheitsfonds wurde ein Kompromiss gefunden, der für die gerechtere Verteilung der Mittel steht. Für den Gesundheitsfonds spricht, dass nicht mehr die Krankenkassen allein eine Beitragserhöhung beschließen können. Die Bundesregierung und der von ihr berufene Schätzerkreis haben volles Mitsprache- und Entscheidungsrecht.

Wechsel der Krankenkasse nur nach vorherigem Vergleich der Leistungen

Auch nach der Einführung des Gesundheitsfonds ist es jedem gesetzlich Krankenversicherten möglich, die Krankenkasse jederzeit wechseln zu können. Wer aber seine GKV wechseln möchte, sollte die Krankenkassen vorab miteinander vergleichen. Dazu bieten wir einen kostenlosen Vergleichsrechner an, der sowohl die Beiträge als auch die Leistungen aller gesetzlichen Krankenkassen berücksichtigt:

Bares Geld sparen mit einem Krankenkassenvergleich

Auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich durch einen Krankenkassenvergleich bares Geld sparen. So bieten einige Krankenkassen Zusatzleistungen an oder sind finanziell besonders stabil aufgestellt. Unser Krankenkassenvergleich, bei dem die Versicherungsvermittlung über die Finanzen.de AG erfolgt, hilft Ihnen bei der Auswahl der passenden Krankenkasse:


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