Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2015

2015 ändert sich einiges bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Zum einen sinkt der Beitragssatz von 15,50 auf 14,60 Prozent. Zum anderen entfällt der bislang von den Mitgliedern der gesetzlichen Kassen bezahlte Zusatzbeitrag. Arbeitgeber zahlen aktuell 7,30 Prozent und Arbeitnehmer 7,30 Prozent – beides vom Bruttoarbeitsentgelt.

Während auf der einen Seite der Arbeitgeberanteil bei 7,30 Prozent festgeschrieben wird, haben die gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu erheben. Ziel dieser Zusatzbeiträge ist die Belebung des Wettbewerbs unter den Kassen sowie der Abbau ihrer – teilweise beträchtlichen – finanziellen Reserven.

Konnten die gesetzlichen Krankenkassen bisher Zusatzbeiträge pauschal erheben, fällt dies ab 2015 weg. Da erwartungsgemäß keine Kasse mit den ab 1. Januar 2015 geltenden 14,60 Prozent Grundbeitrag auskommen wird, rechnen Experten mit Zusatzbeiträgen bei allen Kassen. Bedingt durch die steigenden Kosten im Gesundheitswesen wird davon ausgegangen, dass diese Zusatzbeiträge im Durchschnitt die Höhe der bisherigen Sonderbeiträge von 0,90 Prozent übersteigen werden. Am diesem Punkt setzt auch die Kritik an der Krankenkassenreform an: sie bürdet die Schließung von Finanzlücken bei den Krankenkassen allein den Kassenmitgliedern in Form der Zusatzbeiträge auf.

Infografik zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2015

Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2015

Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeitrag

Das am 1. Januar 2015 in Kraft tretende Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (FQWG) beinhaltet ein Sonderkündigungsrecht für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen, wenn die Kasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder diesen erhöht. Dabei muss die Krankenkasse über die Erhebung oder Erhöhung des Zusatzbeitrages schriftlich informieren – spätestens einen Monat im Voraus. Dabei muss auch die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrages aller gesetzlichen Krankenkassen angegeben werden (Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des GKV).