Entwicklung der Krankenkassenbeiträge

Die Finanzierung von medizinischer Versorgung kann sich heute nicht mehr allein auf die Gesetzlichen Krankenversicherungen stützen. Sie stützt sich vielmehr auf die Summe aus Krankenkassenbeitrag, Zusatzversicherung, Zuzahlungen zu Leistungen der GKV sowie Bezuschussungen des Gesundheitsfonds durch den Bund.

Anstieg der Krankenkassenbeiträge in der GKV

Die Kosten für die gesundheitliche Versorgung haben sich in den letzten Jahren drastisch erhöht. Zurückzuführen ist dies darauf, dass der medizinische Fortschritt auch seinen Preis hat. Neue Behandlungsmöglichkeiten sind vielfach sehr kostenintensiv. Hinzu kommt die demoskopische Entwicklung der Bevölkerung. Die Menschen erreichen ein immer höheres Lebensalter. Gleichzeitig steigt mit dem höheren Lebensalter auch die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen. In den Jahren von 1975 bis 2009 sind die Beiträge der Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen von 10,5 Prozent auf 15,5 Prozent angestiegen. Aktuell liegen sie bei 14,60 Prozent. Im Jahre 2009 wurde der Gesundheitsfond ins Leben gerufen. Mit der Bildung des Gesundheitsfonds sollten eigentlich die Deckungslücken bei den gesetzlichen Krankenkassen geschlossen werden. Im Gesundheitsfonds fließen die Beiträge der Kassen zusammen. Darüber hinaus zahlt der Bund Zuschüsse in Höhe von mehreren Milliarden Euro pro Jahr in den Fonds ein. Damit haben sich die Grundlagen der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung komplett geändert. Die Gesetzlichen Krankenkassen können seitdem nicht mehr ihre Beiträge selbst festlegen. Vielmehr wurde ein einheitlicher Beitragssatz von derzeit 14,60 Prozent für alle Versicherten festgelegt. Die Höhe der Krankenkassenbeiträge sowie deren Aufteilung auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber für vor und ab 2009 (Einführung des Gesundheitsfonds sowie des einheitlichen Beitragssatzes) haben wir nachfolgend für Sie aufbereitet:

Allgemeiner einheitlicher Beitragssatz

Jahr Beitragssatz Arbeitnehmeranteil Arbeitgeberanteil
Vor Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009:
2008 Individuelle Beitragssätze der Krankenkassen von 11,8 bis 16,5 Prozent
Seit Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009:
2009 1. Halbjahr 15,50% 8,20% 7,30%
2009 2. Halbjahr 14,90% 7,90% 7,00%
2010 14,90% 7,90% 7,00%
2011 15,50% 8,20% 7,30%
2012 15,50% 8,20% 7,30%
2013 15,50% 8,20% 7,30%
2014 15,50% 8,20% 7,30%
2015 14,60% 7,30% 7,30% *
2016 14,60% 7,30% 7,30% *
2017 14,60% 7,30% 7,30% *
* + Zusatzbeitrag, der von den gesetzlichen Krankenkassen ab 2015 individuell und als Prozentsatz der beitragspflichtigen Einnahmen erhoben werden kann

Entwicklung des allgemeinen Beitragssatzes der Krankenkassen

Allgemeiner Beitragssatz, Erhebung jeweils zum 1.1. eines jeden Jahres. Seit 2016 wird der im Rahmen unserer jährlichen Untersuchung des Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenkassen ermittelte, nach Mitgliederzahlen gewichtete durchschnittliche Zusatzbeitrag angegeben.


Ermäßigter einheitlicher Beitragssatz

Jahr Beitragssatz Arbeitnehmeranteil Arbeitgeberanteil
Seit Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009:
2009 1. Halbjahr 14,90% 7,90% 7,00%
2009 2. Halbjahr 14,30% 7,60% 6,70%
2010 14,30% 7,60% 6,70%
2011 14,90% 7,90% 7,00%
2012 14,90% 7,90% 7,00%
2013 14,90% 7,90% 7,00%
2014 14,90% 7,90% 7,00%
2015 14,00% 7,00% 7,00% *
2016 14,00% 7,00% 7,00% *
2017 14,00% 7,00% 7,00% *
* + Zusatzbeitrag, der von den gesetzlichen Krankenkassen ab 2015 individuell und als Prozentsatz der beitragspflichtigen Einnahmen erhoben werden kann

 

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Trotz eines einheitlichen Beitragssatzes bieten die gesetzlichen Krankenkassen unterschiedliche Leistungen und Tarife an. Mit dem nachfolgenden Krankenkassenvergleich ist es möglich, schnell die günstigste bzw. vom Tarif her am besten passende Krankenkasse zu finden:

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Krankenkassenbeiträge spiegeln nicht reale Kosten

Allerdings sind über die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung hinaus die realen Kosten für die Krankenversicherung um weit mehr angestiegen. Zusätzlich zum Beitrag zur Krankenversicherung sind Zuzahlungen bei Medikamenten und Klinikleistungen zu entrichten, sowie die Praxisgebühr für jedes Quartal. Parallel zu den Steigerungen der Beiträge wurde eine Reihe von Leistungen seitens der Gesetzlichen Krankenkassen gekürzt. Etliche Leistungen werden von den Krankenkassen nicht mehr übernommen. Bereits seit längerer Zeit wurde der Großteil der Kosten für zahnärztliche Behandlungen und Zahnersatz aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen herausgenommen. Hinzu kamen im Laufe der Zeit einige Leistungen der augenärztlichen, hautärztliche und anderen fachärztlichen Versorgung, bestimmte Medikamente und mehr. Damit steigt für die Versicherten die Notwendigkeit von Zusatzversicherungen.

Mit neuerlichen Änderungen der Finanzierungsgrundlagen ab dem Jahr 2011 bzw. 2015 können die Gesetzlichen Krankenkassen über den festgelegten Einheitsbeitrag hinaus auch noch Zusatzbeträge von den Versicherten erheben. Die realen Kosten, die die Versicherten der GKV zu tragen haben, gehen also noch weit über die Krankenkassenbeiträge hinaus.

Überschuss im Gesundheitsfonds – Deckungslücken bei Krankenkassen

Mitte 2011 wurde bekannt, dass der Gesundheitsfond infolge der Einsparungen im Gesundheitswesen und der Entwicklung der Einnahmen einen Überschuss von 4,4 Milliarden Euro erzielen wird. Dennoch beklagen die Gesetzlichen Krankenkassen Deckungslücken. Einige Krankenkassen gerieten sogar in so eklatante wirtschaftliche Schwierigkeiten, dass sie schließen mussten. Die Diskrepanz zwischen dem hohen Überschuss im Gesundheitsfond und den Deckungslücken für die steigenden Kosten der Krankenkassen ergibt sich letztlich daraus, dass der Überschuss nicht direkt an die Krankenkassen weitergegeben wird. Er fließt zu großen Teilen in die Liquiditätsrücklagen.

Prognose ist nicht rosig

Werden die heutigen Leistungsaufwendungen der Gesetzlichen Krankenkassen auf das Jahr 2050 übertragen, so werden die gesamten Kosten um weitere 40 % ansteigen. Diese Werte ermittelte die Enquete Kommission des Bundestages. Gleichzeitig wurde ermittelt, dass es hierfür keine ausreichende finanzielle Vorsorge gibt. Der Bedarf und die Kosten von medizinischen Leistungen werden jedoch weiter ansteigen. Als Lösung werden eine weitere Reduzierung von Leistungen der GKV oder weitere Beitragserhöhungen in Aussicht gestellt. Real dürfte damit zu rechnen sein, dass wie in Vergangenheit beide Maßnahmen zum Tragen kommen. Bei der Einführung des Gesundheitsfonds schien der Wettbewerb über die Beiträge unter den Krankenkassen erst einmal gebremst. Durch die Freigabe der Zusatzbeiträge gibt es ist jetzt allerdings eine weitere Möglichkeit für den Wettbewerb über die Kostengestaltung. Darüber hinaus werben die Krankenkassen mit einer größeren Vielfalt von Wahltarifen mit angepasstem Leistungskatalog. Unter dem Strich werden jedoch auch in den nächsten Jahren auf Versicherte der GKV höhere Kosten zukommen. Vor allem werden die realen Kosten für medizinische Leistungen für die Versicherten weiter steigen, da die Bedürfnisse ohne Zusatzversicherungen kaum noch abzudecken sind.


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